Förderschüler rappen mit Szenestars

Discjockey "Der Wolf" bei der Arbeit: Er "unterrichtet" Dortmunder Förderschüler an den Turntables. (WR-Bild: Völkel)

"Yo, mit mehr Gefühl", bremst "Der Wolf" seinen Schützling. Etwas ungestüm geht Tobias (13) an den Plattenspieler. "Auch wenn es die robustere Ausführung ist, ist es doch ein empfindliches Gerät", erklärt der bekannte Discjockey. Er ist einer von mehreren Stars, die jetzt an Dortmunder Förderschulen "unterrichten".

Discjockey "Der Wolf", Rapper "NDN", Tänzer und Choreograph "Mo" und Percussionist Ralf Bornowski sind die bekannten Dozenten, die erstmalig an drei Dortmunder Förderschulen richtig "Kontra" geben. "Kontra" deshalb, weil sie im Rahmen des gleichnamigen Musikprojektes gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit und pro Kreativität für zehn Wochen mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten.

Mit HipHop-Kultur in der Förderschule betreten die Organisatoren der städtischen Musikschule und des Dietrich-Keuning-Hauses abermals Neuland. Landesweite Aufmerksamkeit ist diesem Pilotprojekt sicher. Aber auch der Erfolg. Die ersten beiden Wochen liefen sehr gut an. Die Siebtklässler haben viel Spaß. "Das ist auch die Hauptsache. Aber wir Lehrer haben ja immer Hintergedanken", sagt Schulleiter Frank Schmidt-Kamann. "Das ist förderlich für das Lernen und die Motivation." Und vor allem für das Selbstbewußtsein der Förderschüler.

Mit den Szenestars, die sie aus dem Fernsehen kennen, kommen sie super klar. "Das ist echt cool" freut sich Celil (14). "Das Ausprobieren reizt", sagt Marc (14). "Wir wollen jugendkulturelle Kompetenz vermitteln", betont Volker Gerland, Leiter der Dortmunder Musikschule. Während man auf dem Gymnasium mit Klavier und Geige noch prima klar komme, sei man hier mit Rap deutlich erfolgreicher. "Mit ner Blockflöte hätten wir uns hier Blasen gelaufen."

28.09.2004   Von Alexander Völkel-Westfälische Rundschau Dortmund
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